Wein


Südafrika


Geschichte:

Im Jahre 1652 gründete der holländische Arzt und Kaufmann Jan von Riebeeck (1619-1677) Kapstadt und pflanzte am Fuße des Tafelberges die ersten aus Europa mitgebrachten Rebstöcke. Der erste nachweisliche Weinjahrgang Kapstadts 1659, als 15 Liter eines Muskateller-Weines gewonnen waren. Der ab 1679 zu Gouverneur berufene, holländische Simon van der Stel (1639-1712) gründete dann die Stadt Stellenbosch und legte im Jahre 1685 den berühmten Weinberg Constantia an, wo man für die europäischen Herrscherhöfe einen der legendärsten Süßweine der Welt erzeugte: Vin de Constance. Aber im Jahre 1885 blieb auch Südafrika nicht von der Reblaus verschont, die verheerende Schäden anrichtete. 1918 gründete man auf Grund der Weinkrise die Kooperatieve Wijnbouwers Vereniging van Zuid Afrika (KWV). Dieses staatliche Kontrollorgan beherrschte bis Anfang der 1990er Jahre den gesamten südafrikanischen Weinbau. Bis ins Jahr 1982 durften keine europäischen Rebsorten nach Südafrika eingeführt werden. Gleichzeitig endete in diesem Jahr die einmalige Steuerfreiheit des Weines.



Rebfläche:


17000 Hektar (liegen zu 80% in der Provinz Western Cape in einem Umkreis von 200km um die Hauptstadt Kapstadt)


Weinproduktion:


17 Millionen Hektoliter (im Jahr 2000)


Häufig angebaute Rebsorten:

Chenin Blanc/Stehen (weiß, 21,4%), Sultana/Tafeltraube (weiß, 11,1%), Colombard (weiß, 10,8%), Cabernet Sauvignon (rot, 8,4%), Pinotage (rot, 6,2%), Chardonnay (weiß, 5,7%), Shiraz (rot, 5,3%), Sauvignon Blanc (weiß, 5,1%) und Merlot (rot, 4,6%). Die spezielle südafrikanische Sorte Pinotage wurde als eine Kreuzung der Pinot Noir- und Cinsault-Traube gezüchtet. Sie liefert Kap-Spezialitäten mit tiefen vollmundigen Rotweinen.


Anbaugebiete:


Klein Karoo (3267ha), Mossel Bay (8238ha), Orange River (13477ha), Paarl (17212ha), Robertson (11433ha), Stellenbosch (15537ha), Swartland (13500ha), Worcester (16910ha)


Güteklassen:

Werden Rebsorte und Jahrgang auf dem Etikett angegeben, so müssen zumindest 75% von dieser verzeichneten Rebsorte (bei Exportweinen 85%) bzw. dieses Jahres sein. Das Anreichern (die Chaptalisation) ist in jeglicher Form verboten, der Säurezusatz (die Azzidifikation) bleibt in begrenztem Maße erlaubt.