Wein


Frankreich

Das Weinland Frankreich ist das bekannteste und bedeutendste.


Rebfläche:


870000 Hektar


Weinproduktion:


55-60 Millionen Hektoliter


Häufig angebaute Rebsorten:


Carignan (rot, 11%), Merlot (rot, 11%), Grenache (rot, 10%), Ugni Blanc (weiß, 10%), Cabernet Sauvignon (rot, 6%), Syrah (rot, 5%), Gamay (rot, 4%), Cabernet Franc (rot, 4%), Chardonnay (weiß, 4%), Cinsaut (rot, 4%)


Anbaugebiete:

Champagne
In der Champagne werden drei Rebsorten angebaut: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Die Champagne bezeichnet das für die Champagnerherstellung definierte Gebiet. Doch werden hier auch Stillweine als Appellation d´Orgine Controllée produziert. Einer ist der Coteaux Champenois, meist ein Blanc de Blancs aus Chardonnay. Ein Blanc des Blanc ist ein ausschließlich aus Trauben mit weißer Schale hergestellter Wein, in der Champagne aus Chardonnay. Blanc de Noirs sind dagegen die Weine, auf Trauben mit blauer Schale zurück gehen (in der Champagne aus Pinot Noir und Pinot Meunier).

Alsace (Elsass)
Weine aus dem Elsass werden sortenrein gekeltert. Eine Ausnahme bildet die Rarität Edelzwicker, die aus sieben Rebsorten besteht - überwiegend aus Pinot Blanc gewonnen, aber auch aus Sylvaner, Riesling, Gewürztraminer, Tokay Pinot Gris, Muskat d´Alsace und Pinot Noir. Die Güteklassen des Elsass sind A.O.C. Alsace, A.O.C. Alsace Grad Crus (Weine der Rebsorten Riesling, Gewürztraminer, Tokay Pinot Gris oder Mukat d´Alsaceaus aus 50 festgelegten Spitzenlagen) und A.O.C. Crémant d´Alsace. Letztere sind meist weiße Schaumweine einer Auswahl Elsässer Trauben, zumeist Pinot Blanc. Rosé Crémant d´Alsace aus Pinot Noir gärt nach traditioneller Methode.

Bourgogne (Burgund)
Weine aus dem Gebiet Beaujolais sind die meistkonsumiertesten Weine der Welt. Sie werden nicht nur als nouveau sondern auch in den unterschiedlichsten Qualitäten angeboten. Es gibt in Burgund 99 Herkunftsbezeichnungen (Appellationen) mit vier verschiedenen Kategorien: 13 regionale Appellationen (54% der Gesamtproduktion), Gemeindeappellationen/Villages (auf Gemeinden und Lagen beschränkt), Premier Crus (spezielle Lagen oder Parzellen, 10% der Gesamtproduktion), Grand Crus (außergewöhnliche Lagen, ca. 2% der Gesamtproduktion). Die wichtigsten Untergebiete sind Cote d´Or, Cote de Nuits, Cote de Beaune, Chalonnais, Maconnais, Beaujolais Supérieur (südliches Anbaugebiet der Bourgogne mit 60 ausgewählten Gemeinden) und Beaujolais Village (nördliches Anbaugebiet der Bourgogne mit 35 ausgewählten Gemeinden, von denen 10 die Klassifikation Cru Beaujolais tragen: Brouilly, Cote de Brouilly, Chénas, Chriroubles, Fleurie, Juliénas, Margon, Moulin-á-Vent, Régnie und Saint Amour).

Beaujolais Nouveau und Beaujolais Primeur
Diese jungen, leichten und frischen Weine aus der Gamay-Traube sind bereits ab Anfang November des gleichen Weinjahres (nach Allerheiligen am 3. Donnerstag im November) erhältlich. Die Marketing-Idee Beaujolais est arrivé stammt von Luis Orizet aus Bistros von Lyon (1951). Der Unterschied zwischen Beaujolais bzw. Beaujolais Villages und Beaujolais Nouveau liegt einzig in der Weinbereitung, die Beaujolais Primeur zu Tafelwein macht und Beaujolais Nouveau zu Landwein. Es wird mittels der Kohlensäure-Mazeration gearbeitet. Da die roten Schalen der Trauben aufplatzen, bekommen die Weine ihre rote Farbe. Beim Nouveau werden die Trauben mit den Strünken besonders vorsichtig gepresst, damit der Wein möglichst wenige Tannine mitbekommt. Das zu erreichende Höchstmaß an Pigmentstoffen bei einem Mindestmaß an Gerbsäure verspricht zwar keine lange Lebensdauer der Weine, aber verleiht ihnen einen frischen, saftigen und fruchtigen Geschmack. Die Kohlensäure-Maische-Gärung ist ein intensives Verfahren mit relativ frühem Abstrich (nach vier Tagen). Danach Reift das Produkt ca. zwei Monate in Edelstahltanks. Beaujolais Primeur und Nouveau sollten bei 12-14 Grad getrunken werden. Je jünger die Weine sind, desto kühler sollte man sie konsumieren.

Chablis
Chablis heißt nicht nur ein weiteres Untergebiet vom Burgund sondern auch ein spezieller Wein, der zu 100% aus der Chardonnay-Traube gewonnen wird. In den Chardonnay-Weinbergen wird fast ausschließlich der Chablis-Schnitt angewandt, einer langer Rebschnitt auf langer Aststruktur. Chablis wird traditionsgemäßnicht im Barrique ausgebaut, sondern in großen Holzfässern, älteren Datums oder - um den Eichenholz-Ton zu vermeiden - in Edelstahl. Muschelkalkböden der Region des Flusses Serein geben dem Wein mineralische Rasse und duftige Aromen. Chablis ist ein Klassiker unter den Weißweinen. Einer, der viele Gesichter hat. Es gibt verschiedene Güteklassen von Chablis: Chablis Grad Cru, Chablis Premier Cru, Chablis und Petit Chablis.

Vallée de la Loire (Lore Tal)
Das Lore Tal liefert gefällige, trockene Weiß- und Roséweine und liebliche Mousseux. Die Pays Nantais sind die Heimat der Muscadet-Rebe, aus dem Anjou-Saumur stammen süße Weißweine und trockene Roséweine, aus Touraine Rot- und Roséweine sowie süße Weißweine zur Schaumweinherstellung und Weißwein aus Chenin-blanc-Reben.

Charente
Die Charente umfasst sieben Regionen um die Stadt Cognac. Hier stellt man Weine fast ausschließlich für die Cognac-Produktion her.

Bordelais (Bordeaux)
Die tanninreichen, rubinroten, sehr lagerfähigen Médoc-Weine aus Bordeaux gelten als beste Rotweine der Welt. In diesem Gebiet werden folgende Güteklassen unterschieden: Premiers Grad Crus Classés (Chateau lafite-Rothschild, Chateau Mouton-Rothschild, Chateau Latour -alle drei in Paulliac- und Chateau Margeaux in Margaux), Deuxièmes Grand Crus Classés, Troisèmes Grand Crus Classés, Quatrièmes Grand Crus Classés und Cinquièmes Grand Crus Classés. Es gibt Grands Crus Classés Rouges und Blancs. Die Traubenlese erfolgt bei Edelfäule (Botrytis Cinerea, Traubenfäulnis infolge des Befalls reifer Beeren durch Pilz, dadurch Konzentrierung und teilweise Veränderung der Inhaltsstoffe). Ein berühmter Rotwein der Grand Crus Classés ist Chateau Haut-Brion (Pessac). Chateau D´Yquem ist ein bekannter Premier Crus Classés. Namenhafte Premiers Grand Crus Classés A sind Chateau Ausone oder Chateau Cheval Blanc. Es gibt außerdem Premiers Grands Crus Classés B, Grands Crus Classés und Grands Crus. Entre-Deux-Mers sind Rotweine mittlerer Güte oder qualitativ hochwertige trockene Weißweine. Als fruchtige, fast cremige, süße Naturweißweine mit 13% Vol. sind Sauternes bekannt. St. Émilion ist ein kräftiger Bordeauxwein, der ab dem sechsen Jahr wegen seines einmaligen Buketts dekantiert und mit 16-18 Grad chambriert serviert werden sollte. Pomerol ist ein Wein, der in geringer Produktion hergestellt wird. Doch der teuerste Wein der Welt ist Chateau Pétrus.

Cotes du Rhone
Bringt bukett- und körperreiche, vollmundige Tisch- und Spitzenweine.

Cotes de Provence
Dies ist das älteste Weinanbaugebiet Frankreichs, das durch körper- und bukettreiche Tischweine bekannt ist. Der Weinanbau findet in den Départements Bouche-de-Rhone, in Var und in den Alpes-Maritimes statt. Ferner in Palette (kleine Weinbauregion mit feinen Rot-, Weiß- und Roséweinen), Cassis (bekannt für sehr trockene Weißweine), Bandol (hoher Anteil an Mourvèdretrauben), Bellet (bemerkenswert frische und nervige Gewächse) und Coteaux d´Aix-en-Provence. Die häufigsten roten Rebsorten dieser Gebiete sind Grenache, Cinsault, Mourvèdre, Tibouren, Carignan, Syrah und Cabernet Sauvignon. Aus der Cote de Provence stammen zwei Rotweintypen: Zum einen leichte, fruchtige Weine, die schon im ersten Jahr nach der Lese schmecken, zweitens schwere kraftvolle Weine, die ihr Potenzial erst nach einigen Jahren der Lagerung entwickeln. Die tanninhaltigen Lagerweine der Region werden häufig im Holzfass ausgebaut. In jungen Jahren schmecken sie oft nach Pflaume und Heidelbeere. Im Alter entwickeln sie aber sehr würzige Aromen nach Pfeffer, Lakritz und Holz. Tibouren-Trauben werden ausschließlich für Roséweine gekeltert und für Weißweine baut man vorrangig Clairette-, Rolle-, Ugni Blanc- und Sémillon-Trauben an.

Languedoc-Roussillon (Midi)
Bekannt für große Mengen leichter trockener Tafelweine und starker Dessertweine (z.B. Banyuls aus dem Roussillon) oder heller Rotweine als Clairettes aus dem Languedoc.


Güteklassen:

Vin de Table (Tafelwein)
trägt meist einen Marken- oder Phantasienamen, der einen gleich bleibenden Geschmack garantiert. Diese Weine dürfen aus mehreren Anbaugebieten miteinander verschnitten werden, sind aber als französische Weine gekennzeichnet.

Vin de Pays (Landwein)
stellt die qualitativ höchste Stufe des Tafelweins dar. Diese Weine dürfen nicht mit Weinen anderer Anbaugebiete verschnitten werden. Auch die Rebsorten, der Hektarertrag und die Produktionsgebiete sind gesetzlich festgelegt. Vin de Pays unterliegen strengen Qualitätskontrollen.

V.D.Q.S. (Appellation d´Orgin von Délimité de Qualité Supérieure - wie unser Q.b.A. Wein)
sind Weine gehobener Qualität aus exakt bestimmten Anbaugebieten, die meist den Namen des Winzers oder des Weingut tragen. Sowohl Traubensorten als auch Hektarerträge sind festgelegt.

A.O.C. (Allellation d´Orgin Controlée)
ist eine Mischung aus unserem Q.b.A. und unserem Q.m.P. (Qualitätswein mit Prädikat), also ein besserer Q.b.A. Wein. Sowohl die genaue geografische Lage mit besonderen geologischen, agronomischen und klimatischen Merkmalen als auch die Rebsorten, der Mindestalkohol, die höchsten zulässigen Hektarerträge, die Weinanbau- und Weinbereitungsmethoden sind genau festgelegt. Das Institut National des Appellations d´Orgine (französisches Institut der Ursprungsbezeichnungen) ist sowohl national als auch international mit der Anerkennung und dem Schutz der Bezeichnung A.O.C. beauftragt. Da es in Frankreich keine Prädikatsstufen gibt, kann der Winzer seinen Wein nur durch die Zusätze Cru, Domaine oder Chateauauf dem Etikett klassifizieren. Cru ist die Bezeichnung für ein Spitzengewächs - Premier bis Cinqième. Diese Qualitätsstufen werden in Frankreich für mehrere Jahre auf Anbaugebiete/Bereiche vergeben und nicht (wie in Deutschland) auf einzelne Weine. Hat z.B. ein Winzer die Prüfung auf Premier Cru bestanden, darf er dies im nächsten Jahr auch auf seine Wein-Etiketten schreiben. Dieser Einteilungsmethode, die ihren Ursprung im Bordeaux findet, bedienen sich nach und nach auch andere Weinanbaugebiete. So ist bei französischen Weinen vorrangig der Jahrgang wichtig. Des Weiteren ist
Domaine die Bezeichnung eines Winzerbetriebes bei Tafel- oder Landwein. Der Zusatz Chateau kennzeichnet Qualitätswein eines Winzerbetriebes, der auf eigenem Besitz hergestellt sein muss.