Versetzte Weine


Vermouth


Herkunft:

Ursprünglich Italien (Turin)


Geschichte:

Die Geschichte des Vermouths beginnt vermutlich mit der des Weines. Wie viele Spirituosen diente auch Vermouth zunächst medizinischen Zwecken. Da die Italiener hieraus als erstes Kapital schlugen, entstand in und um Turin das Zentrum der Vermouth-Herstellung, wo bis heute noch die großen Hersteller ansässig sind.


Bestandteile, Herstellung:

Vermouth ist ein mit Kräutern, Alkohol (Branntwein), Zucker, Karamell und Wasser versetzten Mischung verschiedener, meist trockener Weißweine. Die enthaltenen Kräuter-Extrakte verleihen ihm den Geschmack und seine appetitanregende und verdauungsfördernde, angeblich heilende Wirkung. Neben anderen Kräutern wird vor allem Wermutkraut in Alkohol eingelegt und ausgelaugt (Mazeration). Zucker dient zur Abrundung und als Bindemittel des Geschmacks. Schließlich verleiht Karamell dem Vermouth seine Farbe. Alle Bestandteile werden mit Wasser gemischt, dessen Anteil nicht höher als 15% sein darf.


Alkoholgehalt:

15,5-18% Vol. Alkohol


Arten:

Süßer Vermouth (15,5-16% Vol., weiß/bianco oder rot/rosso, bis zu 150g Zucker pro Liter), trockener Vermouth (18% Vol., weiß/dry/extra dry, bis zu 40g Zucker pro Liter), halbsüßer Vermouth (wird als Rosé angeboten)


Bekannte Marken:

Z.B. Martini & Rossi Cinzano, Noilly Fils & Co., Noilly Prat, Punt è Mes, Picon oder Lillet (ausschließlich aus Bordeaux-Weinen). Noilly Prat stammt aus dem französischen Marseilles. Dieser sehr trockene Vermouth aus den weißen Trauben Picpoul und Clairette lagert mindestens ein Jahr in 600 Liter Eichenfässern unter freiem Himmel. Sein Aroma prägen die Aromen von Wacholder, Anis, Zimt, Nelken, Koriander, Melisse, Salbei, Orangen- und Zitronenschalen.


An der Bar/im Service:

Vermouth wird gern als Aperitif getrunken, pur oder auf Eis, mit Lemontwist und/oder Zitrusfrucht-Peel oder aber auch in Verbindung mit anderen Spirituosen wie z.B. Campari. Weltbekannt wurde Vermouth mit dem Boom des Martini-Cocktails.