Fruchtsaft, -Nektar, fruchtsafthaltige Getränke, Limonaden & Brausen


Fruchtsaft

Fruchtsaft besteht zu 100% aus Früchten. Er enthält keinen Wasserzusatz. Doch Fruchtsaft lässt sich nicht aus allen Früchten herstellen. Maracujas haben einen zu starken Eigengeschmack, schwarzen Johannisbeeren zu viel Säure, Bananen sind zu dickflüssig und bei Mangos erschwert die Konsistenz die Produktion.

Ohne Kennzeichnung ist die Beigabe von maximal 15g Zucker pro Liter erlaubt (Ausnahmen: Trauben-, Äpfel- und Birnenfruchtsäfte). Mit entsprechender Kennzeichnung können 100-200g Zucker pro Liter zugefügt werden (z.B. beim Saft der roten Johannisbeere/Cassis oder Zitrone). Ergänzte Kohlensäure ist als ab 2g pro Liter ebenfalls kennzeichnungspflichtig.


Fruchtnektar

Ein Fruchtnektar weißt 25-50% Mindestfruchtanteil auf (Orangenektar: 50% Fruchtanteil, Aprikosennektar: 40% Fruchtanteil, Sauerkirschnektar: 30% Fruchtanteil, Johannisbeernektar: 25% Fruchtanteil, Gemüsetrunk: 40% Gemüseanteil). Der Wasserzusatz beträgt 50-75% und es können bis zu 100g Zucker pro Liter beigegeben werden. Ausserdem kann Vitamin C ergänzt und natürliche Genusssäuren mit Honig ausgetauscht sein. Zur Erhöhung der Haltbarkeit wird oft in geringen Mengen Kohlensäure beigesetzt, Farb- und Konservierungsstoffe sind jedoch verboten.



Fruchtsaftgetränk

Der Mindestfruchtanteil beträgt hier 6 - 30% bei einem Wasserzusatz von 70-94% und dem Zuckerzusatz von bis zu 100g pro Liter. Sonstige Zusätze können Honig, natürliche Genusssäuren oder -Aromen, Vitamin C und Kohlensäure sein.


Besipiel für Fruchtnektar oder Fuchtsaftgetränk: Cranberry Juice

Die Cranberry (Vaccinium macrocarpon) ist eine Kranichbeere der Gattung Heidelbeere, eine großfruchtige Moosbeere aus der Familie der Heidekrautgewächse. Die am häufigsten angepflanzen der über 100 verschiedenen Cranberry-Sorten sind Big Four, Early Black, Howes, Mc Farlin, Searles und Jumbo. Sie unterscheiden sich voneinander durch den Zeitpunkt der Reife, ihre Größe und Farbe und ihren Vitamin C Gehalt. Hierzulande meint man zum Teil, die Cranberry sei eine Art Preiselbeere (Vaccinium vitis-ideae) oder das Gleiche. Doch obwohl beide Beerenarten verwandt sind, unterscheiden sie sich deutlich. Der botanische Name, die Herkunft, die Gewächsbeschaffenheit, die Blütenform, die Art der Früchte und das Fruchtfleisch der Cranberry gleicht der Preiselbeere nicht.

Die ersten Europäer, die mit dieser Frucht nichts anzufangen wussten, waren im Jahre 1620 die Pilgrim Fathers. Sie landeten an der Küste von Cape Cod in Neu England. Indianische Ureinwohner zeigten den Europäern, wie man sich von einheimischen Pflanzen und Wild ernährte. Die Pilgrims sahen hier das erste Mal die ihnen unbekannte rote Beere, die bis zu zwei Zentimeter groß war, mit knackigem Fruchtfleisch und vier großen Fruchtkammern in frischem Zustand wie ein Tennisball springen konnte. Sie gaben ihr den Namen Cranberry, weil die Form sie an den Kopf eines Kranichs erinnerte.

Die amerikanischen Indianer schätzen Cranberries nicht nur wegen ihres Nährwertes sehr, sondern auch wegen ihrer heilenden Eigenschaften. Sie nutzten Ihren Saft zum Auswaschen und desinfizieren von Wunden. Außerdem dienten die Beeren zum Färben von Haaren, Federn und Textilien.

Später wurde die Cranberry Lebensretter vieler Seeleute, als während langer Walfangreisen die Frachträume der amerikanischen Schiffe mit Cranberries gefüllt waren. Der hohe Vitamin C Gehalt der Beeren beugte nämlich der gefährlichen Krankhet Skorbut vor. Durch die natürliche Wachsschicht waren und sind sie ausserdem lange haltbar.

Cranberries werden seit 1720 in ausgewählten Lagen Nordamerikas angebaut. Die größten Felder liegen heute New England, Wisconsin, Oregon und Washington sowie in den kanadischen Provinzen Quebec und British Columbia. Die Beeren bevorzugen sauren, sandigen Boden der ausreichend durchfeuchtet ist. Der Strauch wird zwischen zehn und zwanzig Zentimetern hoch und erreicht nach fünf Jahren seine volle Ertragsfähigkeit. Da die Cranberry-Pflanze für ihr Wachstum und der Mensch für den ihren Ernteprozess viel Wasser benötigt, ist jeder Hektar Anbaufläche von Wasser umgeben. Diese Feuchtgebiete zu einem wichtigen Lebensraum seltener Tierarten geworden, so zum Beispiel für den weißköpfigen Seeadler. Während des Indian-Summer, der Ernezeit der Cranberries, prägen geflutete Felder als rote Seen aus schwimmenden Beeren die Farbe der Landschaft.

Heute ist die Cranberry besonders in den USA als frische Beere, Fruchtmark, -Sirup oder als Fruchtgetränk beliebt. Auch in England, Skandinavien, der Schweiz und in Deutschland hat sich Cranberry Juice als erfrischendes Getränk mit charakteristischer säuerlich-herber Note durchgesetzt. Verschiede Anbieter, wie z.B. Becker´s, Klindwort oder Niehoff´s Vaihinger vertreiben ihn gemäß der EU-Fruchtsaftrichtlinie als Fruchtsaftgetränk oder Frucht Nektar oder als Cranberry-Blackcurrant und Cranberry-Raspberry. Mittlerweile versucht man sich sogar in Süddeutschland und in der Lüneburger Heide am Anbau dieser einmaligen Beerenfrucht.



Limonaden

Bei dem Mindestfruchtanteil von 3-15%, einem Wasserzusatz von 85-97% und einem Zuckerzusatz von bis zu 100g pro Liter dürfen Limonaden auch natürliche Aromen oder -Genusssäuren, Koffein, Chinin und Süßstoffe beigegeben werden.

Cola
wird aus der Colanuss der Colapflanze hergestellt. 0,2l Cola enthalten 24 Würfel Zucker. Das süße Getränk war einst angeblich ein Arzneimittel gegen Kopfschmerzen. Andere Stimmen behaupten, es habe sich aus Hustensaft entwickelt. Der führende Hersteller ist und bleibt der Gigant Coca Cola, gefolgt von Kontrahent Pepsi. Mit Marken wie Afri Cola, Fritz-Kola oder Premium-Cola boomt in Deutschland der alternative Cola-Markt.

Fanta
war Ursprünglich ein Ersatzprodukt für Cola, das man für amerikanische Soldaten erfand. Sein Name stammt von dem Wort fantasy ab.

Ginger Ale
ist alkoholfreies Ingwer-Bier.

Indian Tonic Water
enthält heute etwa 15mg Chinin pro Liter. Der Hesse Johann Jacob Schweppe hat im späten 18. Jahrhundert ein Verfahren entwickelt und 1783 für medizinische Zwecke patentiert, mit dem Wasser sich mit Kohlensäure versetzen lässt. Um den in Indien stationierten Soldaten Chinin als Wirkstoff zur Malariavorsorge schmackhafter zu machen, löste er Chinintabletten in Wasser auf, dem er Aromen und Kohlensäure zugab. Indian Tonic Water war geboren, dessen Name von dem medizinischen Tonikum des Herrn Schweppe abgeleitet ist.



Brausen

Brausen müssen keinen Mindestfruchtanteil aufweisen, der Wasserzusatz darf 100% betragen und der Zusatz von Zucker ist bis zu 100g ist möglich. Naturidentische und künstliche Aromen, Farb- und Süßstoffe können weitere Zusätze sein .

Red Bull
enthält Stoffwechseltransmitter (Taurin), das den Darm anregen und abführend wirken soll. Die Rezeptur von Red Bull stammt aus einem österreichischen Krankenhaus. Heute wird Red Bull vertrieben, der nur noch 20% der ursprünglichen österreichischen Taurin-Konzentration enthält.