Versezte Weine


Portwein

Portwein ist ein portugiesischer Dessertwein bzw. Likörwein, der nach der Hafenstadt Porto benannt ist.


Geschichte:

Portwein gibt es seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seine Heimat liegt in einem fest bestimmten Gebiet des nördlichen Portugals, im Douro-Tal. Dennoch sind heute die Briten die besten Portwein-Kenner, wobei Portwein-Abnehmer Nr.1 Frankreich ist.


Herkunft, Anbaugebiet, Böden:

Das portugiesische Douro-Tal ist das älteste Weinanbaugebiet der Welt. Das Schiefergestein seines Bodens bietet in Verbindung mit den klimatischen Verhältnissen optimale Bedingungen für vielfältige Portweintrauben. Von den rund 80 verschiedenen dort angebauten Rebsorten weden etwa 40 für die Produktion von Portwein verwendet. Alle der ca. 58 Portweinfirmen besitzen am anderen Ufer des Douro ihre Lager, in Vila Nova de Gaia. Dort ist auch das Portweininstitut Instituto do Vinho do Porto ansässig, das für Kontrolle der Qualität von Portweinen zuständig ist.

Heute werden Portweine allerdings auch in Argentinien, Chile, Mexiko oder Uruguay hergestellt.


Trauben:

Rote Rebsorten: Bastardo, Donzelinho, Mourisco Tinto, Touriga, Francesa, Tinta Roriz, Tinto Cáo, Touriga Nacional, Malvasia Preta, Tinta Amarela und Tinta Barroca.
Weiße Rebsorten: Donzelinho Branco, Esgana-Cáo, Folgazáo, Gouveio, Malvasia Fina, Rabigato, Viosinho, Codega und Malvasia Rei.


Herstellung:

Einst presste man die Trauben in den Steintrögen (Lagares) mit den Füßen aus, in denen sie danach vergoren. Heute nutzt man statt dieser Tröge Zentrifugen und Gärtanks. Trauben werden in Maschinen zerquetscht und entstielt, dann in gekühlte Zementbehälter gepumpt, die man nach zwei Tagen verschliesst. In diesen Behältern entwickelt sich dann Wärme, die die Gärung auslöst. Ist der Zucker zur Hälfte vergoren, wird die Maische ausgepresst und der Most zum weiteren Gären in Fässer geleitet. Soll der Wein süß sein, stoppt man die Gärung durch Zugabe von hochprozentigem Traubendestillat bzw. Weinbrand (Avinieren), da der hohe Alkoholgehalt die Nachgärung verhindert sowie die Haltbarkeit und Lagerfähigkeit steigert.


Alkoholgehalt:

18-21% Vol. Alkohol


Arten:

Es gibt dunkelrote Portweine (full red), rubinrote (ruby), lohfarbene (tawny) und blassgelbe (pale white). Rote und rubinrote Portweine sind das Ergebnis verschiedener Verschnitte, die im Fass ausgebaut sind. Da sie jung, süß, körperreich und fruchtig sind, gelten sie als Dessertweine. White Port (weißer Portwein), der die Bezeichnungen Dry Port oder Medium White trägt, wird aus hellen Trauben gewonnen.
Diese oftmals als Aperitif etablierten Portweintypen reifen ebenfalls mehrere Jahre in Holzfässern. Mit zunehmendem Alter werden weiße Portweine dunkler, rote heller.


Bezeichnungen für Portweine mit Fassreife:

Colheita
ist ein Jahrgangs-Port aus einer Ernte weißer und roter Trauben, der selten die Qualität eines guten Vintage Ports erreicht. Dadurch, dass dieser Wein mindestens sieben Jahre in Eiche reift, ist er dem Tawny
ähnlich. Auf dem Etikett ist das Erntejahr verzeichnet und der Zeitpunkt der Flaschenabfüllung.

White Port
ist ein Produkt aus weißen Trauben ohne vorgeschriebene Mindestlagerzeit.

Ruby
ist ein junger, rubinroter bis schwarzer, meist süßer, kräftiger Port aus roten Trauben, der oft nur drei Jahre im Fass lagert. Ausgebaute Rubys, die mindestens 20 Jahre im Fass reifen, heissen Fine Ruby, Tawny oder Fine Tawny. Tawny Ports sind durch lange Fasslagerungen gold-gelb. Bedingt durch die Oxidation sind Tawnys nicht so süß wie Rubys und oft von sehr guter Qualität.

Wood Port
ist ein Sammelbegriff für Weine, die ihre volle Reifezeit von zum Teil über 20 Jahren im Fass verbringen. Wood Ports sind Verschnitte verschiedener Weine unterschiedlichen Alters und verschiedener Lagen, die nur selten der Qualität von Vintage Ports nah kommen.


Portweine mit Fass- und Faschenreifung:

Vintage Port
ist als sehr rarer und hochwertiger Jahrgangsport aus roten Trauben von Spitzenweinen eines außergewöhnlichen Jahres der populärste aller Portweine. Zur Herstellung verwendet man Weine verschiedener Lagen und meist unterschiedlicher Weingüter. Vintage Ports ruhen zwei bis drei Jahre im Fass, bevor sie in Flaschen abgefüllt werden, in denen sie nochmals mindestens zehn, oft 15-20 Jahre reifen. Auf dem Etikett muss das Erntejahr angegeben sein.


Single Quinta Vintage
ist ebenfalls ein Jahrgangswein, dessen Inhalt aus im Unterschied zum Vintage Port aus einem einzigen Weingut stammt. Das Etikett gibt das Erntejahr an.

Late Bottled Vintage (L.B.V.)
ist Portwein aus Weinen eines Jahrgangs, der erst zwischen dem vierten und sechsten Jahr auf Flaschen gefüllt wird, in denen er nur kurzzeitig nachlagert. Somit reift er doppelt so lange im Fass wie der Vintage Port. Auf dem Etikett muss auch hier das Erntejahr vermerkt sein.

Vintage Character
ist eine Jahrgangs-Cuvée, die mindestens vier bis fünf Jahre im Fass und kurzzeitig in Flaschen lagert.

Crusted Port (Poor man´s Vintage)
ist ein Port-Blend aus mehreren Jahrgängen. Oft wird dieser Port nach zwei bis drei Jahren der Fasslagerung in Flaschen gefüllt, ist aber erst nach drei bis vier Jahren trinkreif. Allerdings muss vor dem Konsum das Depot (Crust) entfernt werden. Auf dem Etikett steht das Datum der Flaschenabfüllung.


Bekannte Marken:

Aus dem Douro-Tal stammen beispielsweise die Ports Redoma Tinto, Vertente Tinto, Douro Red, Tinta Roriz, Douro Reserva, Domini Douro DOC, Quinta do Cotto und Duas Quintas. Für Bairrada bekannt sind Luis Pato und Casa de Saima Garrafeira Tinto. In Vinho Verde wird der Casa de Sezim produziert.


Portwein an der Bar/im Service:
Portwein sollte pur getrunken werden. Eine Ausnahme stellt der eher unbekannte White Port dar, der mit Südweinen wie Vermouth oder Sherry gemischt werden kann, der gekühlt aber durchaus auch pur ein geeigneter Aperitifwein ist. Portweine sind sonst eher als Digestif zu empfehlen, insbesondere Tawnys.