Likör





Unter Likören versteht man heute gesüßte Spirituosen, die unter Verwendung von Zucker, Glukosesirup, Honig und ähnlichen Grundstoffen oder Essenzen hergestellt und aromatisiert werden. Die zusätzliche Verwendung von Verdickungsmitteln ist im Rahmen der allgemeinen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen zulässig.

Geschichtlich berachtet sind Liköre Nachfahren mittelalterlicher Heilgetränke. Man legte Heilkräuter zu medizinischen Zwecken in Alkohol ein, umsie für den Winter haltbar zu machen. Kräuterliköre waren das Ergebnis des Süßens dieser Gemische, durch das deren Geschmack verbessert werden sollte.

Der Name - Likör - ist vom lateinischen Wort liquor für Flüssigkeit abgeleitet. Schon im Jahre 1332 brachten die Italiener süß duftende Getränke nach Paris, die sie Liquori (frz. liqueur) nannten. Im Englischen steht das Wort liqueur für Likör, aber liquor für hochprozentigen Alkohol.



Basis:

Likörs werden auf der Basis von Alkohol (Neutalsprit, Fertigspirituosen, Wein-, Getreide- oder Obstdestillate), Wasser, Zucker (oder Honig, Glukose, Kandiszucker, Süßstoff) mit Aromastoffen (natürliche, naturidentische, künstliche oder fertige Produkte wie Säfte, Tee, Kaffee), ätherischen Ölen, Gewürzextrakten, Pflanzenteilen, Fruchtsäften und/oder Farbstoffen (Blattlaus, Karamell/Zuckercouleur/E 150, geriebene Backpflaumen, Rote Beete, Angostura, Safran, Gelbwurz, Karotten, Sirups, Blätter oder künstliche Farbstoffe) hergestellt.

Zuckergehalte von verschiedenen Likören in Gramm pro Liter:

Bitterliköre:
oft keine Angaben, meist aber 30g pro Liter

Kirschlikör mit Kirschbrand:
mindestens 70g pro Liter

Fruchtbrandys, Fruchtsaft- und Aromaliköre mit mind. 39% Vol. (Ausnahme: Triple Sec):
mindestens 100g pro Liter

Créme de…:
mindestens 250g pro Liter

Créme de Cassis (aus Dujon):
mindestens 400g pro Liter

Grand Créme:
maximal 700g pro Liter

Halbbitter-Bitterliköre:
meist mindestens 100g pro Liter

Gewürzliköre & Kräuterliköre:
meist mindestens 100g pro Liter

Emulsionsliköre:
meist mindestens 100g pro Liter


Herstellung:

Die Jahrhunderte alte Likörgeschichte blickt auf eine Unmenge verschiedener Herstellungsverfahren, Sorten und Marken zurück. Meist werden Kräuter, Obst, Samen etc. in Alkohol eingelegt. Nach einer bestimmten Einwirkzeit destilliert man dann das Gemisch (Infusion). Die aromatischen Zutaten können alternativ dazu in Alkohol ausgelaugt werden (Mazeration). Die Destillation ist immer ein Verfahren, bei dem durch die Verdampfung von Bestandteilen mit verschiedenen Siedepunkten konzentrierter Alkohol gewonnen wird. Edelliköre werden beispielsweise per Mazeration hergestellt und sind meist 40% Vol. stark. Nach der Destillation können Zuckerlösungen und/oder weitere Zutaten sowie spezielle Farbstoffe ergänzt werden.



Alkoholgehalt:

mindestens 15% Vol. Alkohol (Ausnahme: Eierlikör mit 14% Vol.)


Arten:

Man unterscheidet Liköre in Kräuterliköre (Bitter-/Halbbitterliköre), Fruchtliköre (Fruchtsaft-, Frichtaromaliköre, Fruchtbrandliköre), Kaffeeliköre, Kakaoliköre, Teeliköre, Emulsionsliköre, Schokoliköre, Sahneliköre, Milchliköre, und sonstige Liköre (z.B. auf Whisky- oder Cognacbasis).


Hersteller:

z.B. De Kuyper, Bols, Marie Brizard, Monin, Giffard


An der Bar/im Service:

Liköre sind als Süßungsmittel, zur Farbgebung von Cocktails und zur Geschmacksabrundung Liköre nahezu unverzichtbar. Klassische Cocktailliköre sind z.B. Cointreau, Curacao, Bénédictine, Apricot Brandy, Campari, Chartreuse, Cherry Brandy, Creme de Cacao, Crème de Menthe, Drambuie, Grand Marnier, Galliano, Kahlúa und Maraschino.