Likör


Fruchtlikör/Fruchtsaft-, Fruchtaroma- und Fruchtbrandlikör

Man unterscheidet Fruchtsaftliköre, -aromaliköre und -brandliköre/-brandys. Fruchtsaftlikören gibt der Saft einer Frucht ihren Geschmack, Fruchtaromalikören ganze Früchte und/oder Teile von Früchten. Fruchtbrandys enthalten Obstdestillate.


Herkunft:

u.a. Frankreich, Italien, Holland, Dänemark, Deutschland


Herstellung:

Fruchtsaftliköre werden bei 20% frischem oder konzentriertem Fruchtsaftanteil durch Maischegärung hergestellt. Zum Teil verwendet man zusätzlich Steine von Früchten.

Fruchtaromaliköre werden nicht aus Fruchtsaft, sondern aus Früchten, Fruchtteilen oder natürlichen Fruchtaromen gewonnen. Bei der Mazeration wird kalter Alkohol mit Früchten angereichert, drei Monate gelagert, dann gepresst und gefiltert.

Die Herstellung von Fruchtbrandlikören oder Fruchtbrandys gleicht Fruchtsaft- oder Fruchtaromalikören, doch gibt man hier auf 100 Liter Fertigware mindestens fünf Liter 40%tigen Obstbrand aus der namensgebenden Frucht bei.


Alkoholgehalt:

Der Alkoholgehalt liegt bei 25-50% Vol. Alkohol, wobei Fruchtsaftliköre, -aromaliköre oder -brandys nie weniger als 15 Volumenprozent aufweisen.


Gesetzliche Bestimmungen:

Bei Fruchtsaftlikören muss die namensgebende Saft mindestens 1/5 der Gesamtmenge des Produktes ausmachen und es müssen mindestens 20 Liter Fruchtsaft in 100 Litern des Fertigerzeugnises enthalten sein. Natürliche Aromen und zusätzliche Fruchtsäfte dürfen zugegeben werden, aber künstliche Aromastoffe und Farbstoffe sind unzulässig. Den meisten Produkten darf Zuckercouleur (E 150) zugegeben werden, außer Brombeer-, Erdbeer-, Himbeer-, Heidelbeer-, Kirsch- und Johannisbeerlikör. Der Mindestzuckergehalt liegt bei 100g pro Liter.

Fruchtaromalikören dürfen keine künstlichen Aromastoffe zugegeben werden, außer Ethylvanillin (Vanillin). Der Mindestzuckergehalt muss 100g pro Liter betragen.

Fruchtbrandliköre müssen einen Mindestalkoholgehalt von 15% Vol. enthalten, zumeist liegt dieser aber um 30% Vol.


Beispiele für Marken von Fruchtsaftlikören:

Amarula
ist ein Apfel-Sahne-Likör aus Südafrika, der aus der Frucht des Marula-Baums (Elefanten-Baum) gewonnen wird.

Cherry Heering
ist ein Branntwein, der in seit 1818 Dänemark aus dunkelroten Heering-Stevens-Kirschen (dänischen Sauerkirschen) hergestellt wird. Die Beigabe von zerdrückten Kirschkernen zur langen, aufwendigen Mazeration sorgt für ein dezentes Mandelaroma. Das Produkt lagert mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern.

Eckes Edelkirsch
ist ein Maraskakirschlikör mit hohem Saftgehalt.

Midori Melon
wurde ursprünglich in Japan, genauer in Osaka und Tokio, aus Honigmelonen hergestellt. Mittlerweile produziert man ihn aber auch in Mexiko.


Beispiele für Marken von
Fruchtaromalikören:

Cointreau
ist ein Edellikör auf der Basis von Neutralsprit, den es seit 1849 gibt. Die Orangenschalen, die zur Herstellung von Cointreau verwendet werden, laugt man in Frankreich mit Whisky aus. Dazu werden verschiedene, bittere bis süße Orangensorten verwendet sowie aromatisierte Früchte und Kräuter.

Curacao
ist ein Oberbegriff für Orangenliköre, die mit getrockneten Pomeranzenschalen (Schalen der bitteren Curacao Orange) aromatisiert werden. Einige Firmen verwenden auch die frischen Schalen dieser Früchte, da ihr ätherisches Öl besonders wertvol lsein soll. Jedoch erntet man frische Früchte jährlich nur in der Zeit zwischen November und Januar. Im Herstellungsprozess laugt man die Schalen zunächst in Alkohol aus. Anschließend werden sie mit Destillaten aus Orangen,
Limonen, Zitronen, Kardamom und anderen Gewürzen wiederholt destilliert. Einer der führenden Curacao-Hersteller ist die holländische Firma Bols. Der älteste Hersteller ist jedoch die Firma Senior auf der Karibikinsel Curacao.

Es gibt verschiedene Varianten von Curacao, z.B. Triple Sec, Red Orange oder Blue. Curacao Triple Sec ist eine besondere Bezeichnung für weisse Curacao-Zitrusliköre mit mind. 38% Vol. Triple Sec enthält mehr Zucker und weniger Alkohol als reiner Curacao. Dabei bedeutet der Name Triple Sec wiedersprüchlicher Weise "dreifach trocken".

Blue Curacao ist eine Mischung aus Alkohol mit Orangen- und Zitrusfrüchten, u.a. der Kinnowfrucht (asiatische Mandarine) und Lebensmittelfarbe. Green Curacao ähnelt den meisten anderen Curacaos, wäre er nicht mit grüner Lebensmittelfarbe versetzt. Unter Zusatz von Bitterstoffen und Kräuterextrakten ist Curacao Orange ein Mazerat aus süßen und bitteren Orangenschalen. Curacao Red Orange basiert auf Curacao-Orangen und Blutorangen mit tropischen Früchten, wie der Passionsfrucht oder Pfirsich.

Grand Marnier
ist Orangenlikör aus Frankreich dessen Orangenschalen mit Vodka ausgelaugt werden. Das Produkt selbst entsteht auf Cognacbasis.

Pisang Ambon/Grüne Banane

wird Holland und Österreich aus Extrakten der grünen, indonesischen Pisang-Banane und ausgewählten Aromen gewonnen.

Southern Comfort
ist ein Edellikör, der auf der Basis von Neutralalkohol hergestellt wird, mit Pfirsich, Zitrus und vielen anderen Ingredienzien aromatisiert ist und acht Monate im Eichenholzfass lagert. Southern Comfort Reserve ist allerdings
eine Mischung mit sechsjährigem Straight Bourbon. Beide Produkte werden in den USA hergestellt.


Beispiele für Marken von Fruchtbrandlikören:

Apricot Brandy
ist Branntwein mit Aprikosenaroma.

Cherry Brandy
ist Branntwein mit Kirscharoma.

Maraschino
ist ein namensgeschützer Likör, der im 17. und 18. Jahrhundert aus Zadar (Kroatien) in alle Herren Länder verschifft wurde und der zum Teil noch immer nach alter italienischer Tradition hergestellt wird. Die zu seiner Herstellung verwendeten, in Alkohol getränkten weißen Marasken (dalmatinische Sauerkirschen) stammen aus Julisch-Venetien. Maraschino wird nicht aus Kirschsaft und Alkohol, sondern aus Kirschwasser (dessen Alkoholanteil im Endprodukt ein Drittel des Gesamtalkohols ausmachen muss), Zucker, Rindenauszügen, Vanille und Gewürzen produziert. Kirscharoma darf nicht zugesetzt werden. Dennoch zeichnet Maraschino eine starke Kirschnote aus, durch den geringen Anteil geriebener Kirschkerne ausserdem ein feiner Bitter-Mandel-Geschmack.