Destillate aus Pflanzen


Cachaça

Cachaca, Caxaca, Caxa oder Chacha ist eine der meistverkauftesten Spirituosen dieser Welt. Zu verdanken haben wir diese Bereicherung unseres Barangebotes den Brasilianern. Deren Nationalgetränk gewinnt seit über 15 Jahren auch in Deutschland zunehmend an Beliebtheit. Ursprünglich war es die Münchener Firma Anton Riemerschmid, die mit der Marke Pitú den ersten Cachaca auf dem deutschen Markt etablierte. Aus heute kaum vorstellbaren Marketinggründen musste das Unternehmen seinen Pitú aber als brasilianischen Rum deklarieren, um damit hierzulande Akzeptanz zu finden.

Mittlerweile ist Cachaca nicht mehr vom Spirituosenmarkt wegzudenken. Immer mehr Importeure bieten deutschlandweit unterschiedliche Cachaca-Marken und Qualitäten an. Die Bandbreite der Destillate in Bezug auf Geschmack, Aroma und Farbe ist erstaunlich. Eine Ursache für geschmackliche Unterschiede ist die Herkunft des Zuckerrohrs, die Art der Destillation oder der Hefen, sowie oft auch die spezifischen abschließenden Lagerungen in Fässern unterschiedlicher tropischer Holzarten. All diese Faktoren und das Können des Destillateurs prägen die Qualität einer Marke.


Herkunft:

Brasilien


Basis:

Cachaca wird aus dem Saft des grünen, unreifen Zuckerrohrs hergestellt (mehr zum Thema Zuckerrohr: siehe Rum).


Herstellungsmethode:

Die Basis von Cachaca ist frisches, noch grünes Zuckerrohr oder dessen vergorener Saft . Bis zu fünf Kilo Zuckerrohr werden für das Volumen einer Flasche Fertigprodukt benötigt. Da bei Cachaca frisches Zuckerrohr eingesetzt wird, ist das Zuckerrohrdestillat relativ rein und sortentypisch. Es hat ein deutlich harmonisches Zuckerrohraroma und ist durchaus mit der hierzulande praktizierten Herstellung von Obstbränden vergleichbar.

Die Haupterntezeit des Zuckerrohrs liegt in Brasilien in den Monaten von Mai bis November. Er wird noch am Tag der Ernte möglichst in der unmittelbaren Nähe der Plantagen verarbeitet, sprich gehäckselt, und ausgepresst. Bei einer Kaltpressung gewinnt man zwar nur etwa acht Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe, doch ist die Methode weitaus aromaschonender als eine Heißpressung mit 22 Prozent.

Der Saft des Zuckerrohrs gärt vor der Destillation ca. drei Wochen in einem Kupfer- oder Holzfass, um dann zur Konzentrierung dreimal aufgekocht zu werden. Anschließend destilliert man ihn entweder zweimal oder kontinuierlich - immer so, dass der typische Zuckerrohrgeruch und der Geschmack erhalten bleiben.


Fassart, Lagerung:

Mancher Cachaca wird überhaupt nicht gelagert, anderer reift ein bis drei Jahre in Eichenfässern.


Charakter:

Scharf, intensiv, säuerlich


Alkoholgehalt:

43% Vol. Alkohol


Marken:

z.B. Pitu, Négafulo, Cachaca 51, Berro, Cachaca de Caricé, Ypioca (braun), Velho Barreiro (braun), Sagatiba


An der Bar/im Service:

Bartender der ganzen Welt verarbeiten das Zuckerrohr-Destillat oder der Zuckerrohr-Brand Cachaça in einer Vielzahl leckeren Drinks, doch meist wohl als Basis für unzählige Caipirinha Cocktails. Pur schenkt man weißen Cachaca üblicher Weise nicht aus, gelagerten dagegen im Minitumbler bei Zimmertemperatur.