Schaumwein aus Deutschland


Qualitätsschaumwein/Sekt

Qualitätsschaumwein ist der Oberbegriff für moussierende Weine hoher Güte, die durch eine zweite Gärung entstanden.


Geschichte und Marken:

Ende des 18. Jahrhunderts begann die Schaumwein- bzw. Sektproduktion in Deutschland nach französischem Vorbild. Den ersten Sekt stellte die Firma Kessler im Jahre 1826 her. Ihr folgten unter anderem die Unternehmen Henkel (1832), Mathäus Müller (1838), Deinhard (1843), Kupferberg (1850) und Söhnlein (1864). Hochwertige Sekte stellt insbesondere Metternich her oder z.T. auch von die ehemals ostdeutsche Firma Rotkäppchen.


Sektsteuer:

Kaiser Wilhelm der 2. führte im Jahre 1902 zur Finanzierung seiner kaiserlichen Flotte die Sektsteuer ein, da man die Meinung vertrat, dass Sekt ein Luxusprodukt sei. Der Grund der Aufrechterhaltung dieser Steuer, die auf das Grad Alkohol umgerechnet die höchste Steuer von alkoholischen Getränken ist, bleibt bis heute unbekannt. Sie hat den Wettbewerb zwischen Wein und Sekt verzerrt.


Rebsorten:

Geeignete Sekt-Rebsorten sind Riesling, Weiß- und Spätburgunder. Zum Teil kauft man heute aber auch billigste Weine des europäischen Auslands ein, so dass nur noch 20% der verarbeiteten Trauben aus Deutschland stammen.


Herstellungsmethode:

Sekt wurde bis ins 20. Jh. Ebenfalls nach der Méthode Champenoise hergestellt (siehe Champagner). In den 50er Jahren setzte sich jedoch die kostengünstige Tankgärung durch, die Großproduktion möglich machte. Heute werden 95% des deutschen Weines nach dieser Methode hergestellt. Schon nach einem Monat kann der Wein von der Hefe genommen und gefiltert werden. Diese so genannte Großraumgärung stellt sich in Stichworten folgendermaßen dar:

1. Weinproduktion
2. Herstellung der Cuvée
3. Beigabe der Fülldosage
4. Einfüllen in den Druckbehälter
5. zweite Gärung im Druckbehälter
6. Lagerung und Reifung
7. Rühren
8. Kühlen
9. Beigabe der Versanddosage
10. Filterenthefung
11. Flaschenfüllung
12. Verkorkung
13. Lagerung

Sektfabrikanten behaupten, die Qualität des Weins werde durch die Tankgärung nicht beeinträchtigt. Traditionelle Hersteller sind allerdings der Meinung, dass nur die Méthode Champenoise einen hohen Qualitätsstandard garantiere. Kleinere deutsche Sektkellereien gehen heute teilweise wieder zur traditionellen Herstellung zurück. So ist Winzersekt ein Produkt, welches von Winzern mit einheimischen und/oder eigenen Weinen ausschließlich nach der Méthode Champenoise hergestellt ist. Bei Weinen, die man mit dem Vermerk Flaschengärung verkauft, muss die zweite Gärung in der Flasche stattgefunden haben. Allerdings wird auch hier der Wein nicht wie bei Champagner degorgiert, sondern unter Druck gefiltert und dann in neue Flaschen gefüllt. Dieses so genannte Transvasierverfahren stellt sich in Stichworten folgendermaßen dar:

1. Weinproduktion
2. Herstellung der Cuvée
3. Beigabe der Fülldosage
4. Flaschenfüllung
5. zweite Gärung in der Flasche
6. Lagerung und Reifung
7. Umfüllen unter Gegendruck in Druckbehälter
8. Rühren
9. Kühlen
10. Beigabe der Versanddosage
11. Filterenthefung
12. Flaschenfüllung
13. Verkorkung
14. Lagerung


Festgelegte Qualitätsbedingungen in Stichworten:

- Sekt besitzt eine amtliche Prüfungsnummer, die er nur erhält, wenn er geschmacklich keine Fehler hat.
- Sekt ist Schaumwein gehobener Güte mit einer zweiten Gärung.
- Der Mindestalkoholgehalt von Sekt beträgt 10% Vol.
- Sekt besitzt einen Flaschendruck von mindestens 3,5 bar bei 20 Grad Celsius.
- Der Höchstschwefelgehalt (Schwefeldioxid) beträgt 186 mg pro Liter.
- Deutscher Sekt muss aus deutschen Weinen bestehen.
- Lagerung bei Tankgärung (Tankgärsekt): sechs Monate, davon 21 Tage auf der Hefe. Lagerung bei Flaschengärung (Flaschengärsekt): neun Monate, davon 60 Tage auf der Hefe. Lagerung bei traditioneller Flaschengärung (Méthode Champenoise): neun Monate, davon 9 Monate auf der Hefe.


Bezeichnungen und Güteklassen:

Sekt mit Rebsortenangabe
Der Anteil der auf dem Etikett angegebenen Rebsorte muss zu mindestens 85% des Weines ausmachen.

Sekt mit Herkunftsbezeichnung/Lagensekte/Sekt b.A.
Mindestens 85% der verwendeten Weine müssen aus dem auf dem Etikett genannten Gebiet stammen. Charakteristika des jeweiligen Anbaugebietes kommen dadurch besonders stark zum tragen. Dieser Sekt wird meist auch nur aus einer bestimmten Rebsorte hergestellt.

Sekt mit Jahrgang
Mind. 85% des Weines stammen aus dem auf dem Etikett angegebenen Jahrgang. Jahrgangsekte sind Spitzencuvées, die nur in kleiner Auflage verkauft werden. Ein junger Trend ist in Deutschland allerdings, die gesamte Produktion als Jahrgangssekt zu verkaufen. Die über Jahre hinweg gleich bleibende Qualität eines Sektes, die ja gerade durch Verschnitt von Weinen unterschiedlicher Jahrgänge erreicht wird, kann somit nicht mehr garantiert werden.

Winzersekt

Winzersekte bestehen nur aus Grundweinen des ausgewiesenen Weinbaubetriebes. Er lagert mindestens neun Monate auf der Hefe.


Lagerung und Service:


Sekt muss möglichst vor Licht geschützt bei einer Temperatur von 10-15 Grad lagern. Größere Temperaturschwankungen schaden seiner Qualität. Die optimale Trinktemperatur sollte 5-10 Grad betragen (wie beim Champagner). Vor dem Konsum sollte er keinesfalls zum schnellen Herunterkühlen in ein Tiefkühlfach gelegt werden, da der eintretende Kälteschock sein Aroma stark strapaziert.

Sekte mit Kunststoffkorken altern durch die geringe Dichte des Kunststoffes schneller. Hochwertige Sekte sind dagegen mit Naturkork verschlossen. Damit dieser nicht austrocknet und seine Spannung beibehält, muss die Flasche liegend gelagern. Sekt kann auch überlagert werden, da Schaumweine ein qualitatives Maximum haben. Nach erreichen dieses Maximums findet ein Qualitätsabfall statt.

Genau wie beim Wein hängt die Haltbarkeit eines Sektes auch von dessen Weinsäuregehalt ab. Recht säurehaltige Champagner konservieren sich deshalb etwas besser als Sekte.



Perlwein

Perlwein ist ein kohlensäurehaltiges Erzeugnis mit einem Überdruck von 1-2,5 Bar und einem Alkoholgehalt von mindestens 7%Vol., das aus Tafel- oder Qualitätswein hergestellt wird. Perlwein ist Wein mit natürlicher Kohlensäure, die entweder im Gährungsprozess entsteht oder/und im Nachhinein zugesetzt ist.


Herstellungsmethode:

Perlwein wird wie spanischer Sekt mit dem Imprägnierverfahren hergestellt:

1. Weinproduktion
2. Herstellung der Cuvée
3. Zugabe von Kohlensäure und Dosage
4. Flaschenfüllung
5. Verkorkung